Valerie Schönian
V a l e r i e * S c h ö n i a n
Valerie Schönian, geboren 1990 in Gardelegen, Sachsen-Anhalt, und aufgewachsen in Magdeburg, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie studierte Deutsche Philologie und Politikwissenschaft an der Freien Universität und wurde ausgebildet an der Deutschen Journalistenschule. Heute schreibt sie unter anderem für das Leipziger Büro der ZEIT. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis und für den Theodor-Wolff-Preis nominiert. Ihre Bücher: “Ostbewusstsein” und “Halleluja”. Seit 2020 organisiert sie mit Christoph Herms die Lesereihe „Verwegen in Gardelegen“.
„Erfrischend ehrlich.“ (Süddeutsche Zeitung)
Valerie Schönian kam Ende September 1990 in Sachsen-Anhalt zur Welt – wenige Tage vor der Wiedervereinigung. Sie wurde geboren in einem Staat, der kurz darauf nicht mehr existierte. Lange dachte sie, Ost und West spielen keine Rolle mehr. 2020 feiert Deutschland 30 Jahre Wiedervereinigung, doch je länger die Mauer gefallen ist, desto ostdeutscher fühlt sich Valerie Schönian. Und damit ist sie nicht allein. Woher kommt das neue Ost-Bewusstsein, warum halten sich alte Klischees so hartnäckig, und was sagt das über die Deutsche Einheit aus? Um Antworten zu finden, sprach Valerie Schönian mit Soziologen, Politikern und Vertretern ihrer und älterer Generationen aus West und Ost, darunter Lukas Rietzschel, Jana Hensel und Philipp Amthor.
„Eine kämpferische Antwortensucherin.“(Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Glaube ist Valerie Schönian fremd. Die junge Journalistin lebt ein typisches Mittzwanziger-Leben in Berlin, als sie gefragt wird, ob sie für ein Projekt der katholischen Kirche einen Priester begleiten möchte. Sie wagt das Experiment und macht sich für ein Jahr auf nach Münster-Roxel, in die Gemeinde von Franziskus von Boeselager. Dort erlebt sie ihn beim Früh-, Mittag- und Abendgebet. Sie begleitet ihn bei Messdienerfahrten, Krankenbesuchen und in den Vatikan. Und vor allem stellt sie Fragen: Wieso wird man heutzutage Priester? Warum sind Frauen vom Priesteramt ausgeschlossen? Und was macht Franziskus eigentlich, wenn nicht Sonntag ist?
Beiträge in Büchern
"Die Krisenmanagerin", ZEIT
Geschieden, zwei Kinder, Teilzeitjob. Schon bisher musste sie kämpfen. Nun weiß sie nicht, wie sie Gas, Strom und Lebensmittel bezahlen soll. Warum immer noch so viele Alleinerziehende von Armut betroffen sind.
"Tic Tac Toe: Was heißt hier peinlich?", ZEIT
Trotz ihres Erfolgs gilt die Band Tic Tac Toe bis heute vielen als Lachnummer. Dabei waren die drei Frauen ihrer Zeit voraus. Schwarz, feministisch, rotzig. Eine Wiederbegegnung auf Mallorca.
"Geld zum Gruße", ZEIT
Über die wütenden Ostdeutschen spricht jeder. Was ist mit denen, die nicht besonders wütend und nicht besonders glücklich sind – wie die Oma unserer Autorin? Eine Reise mit der Großmutter zurück an den Ort, an dem sie vor genau 30 Jahren zum ersten Mal den Westen sah.
"Ein Fels und die Brandung", SZ-Magazin
Wie lebt man eine Ehe, wenn einer von beiden die Liebe nicht begreifen kann? Die Geschichte einer Frau und ihres autistischen Mannes.
„Was ist denn normal, mein Kind?", Tagesspiegel
Meine Mutter und meine Oma lebten in der Deutschen Demokratischen Republik. Sie sagen, sie haben gut gelebt. Ich frage mich, wie.
Weitere Artikel finden Sie hier: www.zeit.de/autoren/S/Valerie_Schoenian/index
Nominierung Deutscher Reporter:innen-Preis für den Artikel „Happy End“
Marlies-Hesse-Nachwuchspreis für den Artikel „Die Krisenmanagerin“
Zweiter Preis des Helmut-Schmidt-Journalistenpreises für „Die Krisenmanagerin“
Nominierung für den Theodor-Wolff-Preis für „Die Krisenmanagerin“
Nominierung Deutscher Reporter:innen-Preis für „Die Krisenmanagerin“
„Journalist*innen-Nachwuchspreis Sachsen-Anhalt“ in der Kategorie Print für den Artikel „Geld zum Gruße“
„Top 30 unter 30“ des Medium Magazins
Nachwuchsjournalistenpreis des Christlichen Medienverbundes KEP
Zweiter Platz beim Pro Campus Presseaward für das Studierendenmagazin „FURIOS“ (Ressortleitung Politik & Autorin)
Goldene Feder für die Schüler:innenzeitung „irreversibel“ (Chefredakteurin, Layout & Autorin)
Seit 2020 organisiert Valerie Schönian gemeinsam mit Christoph Herms die Lesereihe “Verwegen in Gardelegen” mit jungen ostdeutschen Autorinnen und Autoren. Seit 2025 veranstalten sie im Rahmen der Reihe auch ein Sommerkino.
Für alle Infos und Termine folgen Sie Valerie Schönian und Christoph Herms auf Instagram.
So wars, genau so
Abgerissen
Aufgerissen
Alles übermalt
Und am Ende lagen sich die Zeitalter
in Fetzen in den Armen
Und wir standen davor
aufgekratzt und bereit
nun den Sinn in allem zu erkennen
Als die Zeit nicht mehr auszuhalten war
fielen die Jahrzehnte von uns
Die Geschichte klatschte aufeinander
auf unserer abgeblätterten Haut
Und so sah jede, was sie sehen will
Aber alle nur, was vergangen war
Niemand das, was wir hatten
Geschichten, die wir uns erzählten
als unsere Häuser unsere
Spielwiesen wurden
Der Bauherr kommt noch einmal rein und fragt
ob alles bereit ist
Und wir stehen hier und bestehen auch
Sehen sie all die Farben?
Und so standen wir alle
nur an den Zäunen
lauschten dem Geröll
Die Eltern
betrachteten ihr Happy End
das in Baggern anrollte
und zermalmte
was sie nicht betrauern durften
Und wir Kinder
spielten schon woanders
merkten nicht mal
dass da etwas verschwand
das uns gehörte
Besteck
Hab gestern in deinen Hals gesehen
Und kurz einen Schreck bekommen
Dass ich niemals ankommen werde
Wo ich landen will
Alles war dicht
Friss den Kloß dir raus
Ich reich dir Gabel Messer Löffel
Vielleicht können wir ihn gemeinsam
auseinander ziehen
auf dem Regenbogen vorm McDonalds
im Berliner Hauptbahnhof
Hast du den Schrei gehört von Gleis 5?
Es könnte deiner gewesen sein
Horizont
Er mochte in Umbrüchen schreiben
ehe er sich vergaß
Der unglücklichste Mensch
der das Wort verlor
dem sich der Horizont eingrub
zwischen den Augenbrauen
für alle sichtbar
außer für ihn
Der sich verlor zwischen Kalenderblättern
Sonne nur als Tag betrachtete
der im Herzen den Bruch
mit Pflastern zuknallte
der nie fiel
nur gehalten war
der den Horizont nie sah
so sehr der es versuchte
Der glücklichste Mensch
der sich verlor in der Sonne
das Wort nie fand
alle Pflaster abriss
um darunter zu fallen
Kalenderblätter betrachtete
Halt nie suchte
Losigkeit nicht fürchtete
Der in Umbrüchen lebte
ehe er es vergaß
der nichts mehr versuchte
wenn er den Horizont sah
Der ewige Kreis
Hier bin nur
ich schleiche um mich
herum dreh dich bitte nur noch einmal
um zu fallen muss man erst immer wieder auf
stehen kann ich nicht mehr bitte lass mich
fliegen sind auch nur fliegen wieso stören sie dich so an den verdammten
Obstschalen malte man doch nur weil sich niemand über Freiheit nachzudenken
traute ich mir selbst nicht oder bin ich wegen der anderen
gefallen sind nur die die als erstes wieder
lachen bleib mir im Gesicht erfrier da es ist okay ich hole dich morgen
ab wann sind Worte einen Gedanken wert halt mich
fest glauben alle daran dass es im halten stets um eine romantische Beziehung
geht es nicht einmal anders was wollen wir wirklich was glauben wir ab
morgen werde ich wieder hier sein und warten auf
dich
Presseanfragen und Kontakt: